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Freitag, 3. November 2017

Schwert und Krone - Meister der Täuschung von Sabine Ebert

Bildquelle: Knaur Verlag

Eine neue Buchreihe - Schwert und Krone - von Sabine Ebert. Schon im Klappentext wird der Leser darauf hingewiesen, dass man einigen Personen begegnen wird, welche man schon aus der Hebammen-Reihe kennt. Wer diese Bücher gelesen hat, ist vom ersten Wort an gespannt, welche Personen es sein werden.

Doch das Buch beginnt etwa eine Generation vor der Hebamme. Der damalige Kaiser Lothar stirbt auf dem Weg nach Hause ins Deutsche Reich und ein Intrigenspiel um die Krone beginnt. Denn Lothar hatte seinen Schwiegersohn, einen Welfen, die Reichsinsignien vermacht und ihm die Königskrone versprochen. Aber die Geistlichkeit, allen voran der Erzbischof von Trier, wollten einen Staufer auf dem Thron sehen.




Intrigen und Machtkämpfe
Der Roman zeigt vor allem die Intrigen auf, welche gesponnen wurden, um die persönlichen Ziele zu erreichen. Große Männer der Geschichte, wie der spätere Kaiser Barbarossa, sind noch junge Männer, die sich die ersten Sporen als Ritter verdienen. Doch gerade der junge Friedrich wird auf eine harte Probe gestellt. Ist er doch durch seinen Vater ein Staufer, aber durch die Mutter ein Welfe. Welcher Teil der Familie ist ihm wichtiger? Wem verdankt er was in seinem bisherigen Leben?

Bekannte aus der Hebammen-Reihe

Doch nicht nur der spätere Kaiser findet immer wieder Erwähnung im Buch. Auch der spätere Markgraf von Meißen, Otto muss teilweise sehr viel Verantwortung übernehmen. Dabei wird ihm und seinen Bruder immer wieder vom Vater gelehrt, dass man bestimmte Entscheidungen erst sehr spät treffen muss, um seinen eigenen Vorteil zu wahren.
Aus der Hebammenreihe wissen wir auch, dass der Wettiner Otto die Tochter von Albrecht dem Bären geheiratet hatte. Doch wie kam es dazu? Erlebt man doch in Schwert und Krone erst mal nur Feindschaft zwischen dem Bären und Konrad von Meißen. Sie schwelgen, meist jeder für sich, in Erinnerungen an eine frühere Freundschaft und gemeinsame Kämpfe. Zumal der Wettiner dem früheren Kaiser familiär verbunden ist und der Askanier Albrecht nach mehr Macht trachtet.

Gibt es auch Liebe?
Ja, aber nicht so gut ausgeschmückt, wie man es von Sabine Ebert kennt. Denn Verlobungen und Hochzeiten werden arrangiert um Bündnisse zu schmieden oder Gefolgsleute zu gewinnen. Einzig eine Beziehung mit gegenseitiger Liebe wird in diesem Roman beschrieben und führt auch zu einer Ehe. Deren Nachkomme ist auch ein Bekannter aus der Hebammen-Reihe.

Fakten zum Buch

Hardcover, Knaur HC
01.03.2017, 592 S.
ISBN: 978-3-426-65412-5
19,99 €

Samstag, 16. September 2017

Die Schattenbucht von Eric Berg


Die Schattenbucht spielt, wie die beiden anderen Romane von Eric Berg, an der deutschen Küste. Diesmal bietet der Darß die passende Kulisse für die diversen menschlichen Tragödien, die im Verlauf der Geschichte ans Tageslicht kommen. Im Mittelpunkt steht dabei die Psychologin Ina Bartholdy, welche immer mehr Verknüpfungen zwischen zwei Ihrer Patiente findet. Zum einen gibt es da Marlene Adamsky, welche sich versucht hat das Leben zu nehmen. Anfangs redet sie gar nicht mit Ina, gibt später selbst nichts aus der jüngsten Vergangenheit preis, was auf diesen Suizidversuch einen Hinweis gibt. Aber sie legt geschickt Spuren aus, so dass Ina hinter das grausame Geheimnis kommen muss.

Als zweiter Patient kommt Christopher ins Spiel. Seine Mutter ist 14 Monate zuvor verschwunden und der Junge leidet unter dieser Situation. Er gibt seinem Vater die Schuld daran, der selbst keine Erklärung dafür hat und schon gar keine Schuld daran trägt.

Stefanie, Gerd und viele offene Fragen
 
Gerd Adamsky will um jeden Preis verhindern, dass Ina weiterhin Kontakt zu seiner Frau hat. Doch Marlene unterschreibt die Papiere für eine weitere psycholigische Betreuung. Doch warum will Adamsky den Kontakt unterbinden? Ina wird aus dem Mann nicht schlau, da auch er kaum mit ihr redet. Dann taucht aber Stefanie, Ina´s Tochter, auf. Sie will ihre Ferien bei der Mutter verbringen und wird dazu noch die Freundin von Christopher. Es wird ein Spagat für die Psychologin zwischen Job und Privatleben zu jonglieren. Zweites zerbricht zusehens, da sich Bobby, ihr sehr viel jüngerer Freund, nach einem Brandanschlag die Trennung vorzieht.
 
Verluste und deren Folgen
 
Berg schafft immer wieder zwei zeitliche Ebenen. Zum einen die Vorgänge, welche 14 Monate zurückliegen. Mehrere, scheinbar betrogene Menschen, schmieden einen Plan, wie sie ihr Geld zurück bekommen können. Doch der so gut durchdachte Plan entwickelt sich anders, als die Ersinner wollten und sie können die Ereignisse nicht mehr selbst steuern.
Ina dagegen werden in der Gegenwart viele Verknüpfungen nach und nach bewusst. Dabei stellt sie oft auch ihre Beziehung zu Bobby in Frage. Sie hadert mit sich und ihrer Liebe, warum sie von seiner Vergangenheit so gut wie nichts weiß und schnüffelt in seinem Leben. Doch am Ende siegt doch das Gefühl und auch der Verstand, da Bobby zwar in die Ereignisse vor 14 Monaten verwickelt war, aber von vielen Vorgängen im Haus der Adamskys gar nichts wusste.
 

Eric Berg
 
Nach 2013, als sein Debüt erschien, ist "Die Schattenbucht" der dritte Kriminalroman. Die Leser feiern Berg und sind schon auf neue Romane gespannt. Denn der wechsel der zeitlichen Perpektiven macht seine Bücher spannend und regt an, sich selbst Gedanken zu machen, was passiert sein könnte. Und wie so oft im wahren Leben, nehmen die Geschichten von Berg auch Wendungen, die man nicht bedacht hatte.

Fakten zum Buch

Paperback, Klappenbroschur
ISBN: 978-3-8090-2642-6
Limes Verlag, Verlagsgruppe Random House GmbH
Erschienen: 22.02.2016  
 
Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. 

Mittwoch, 25. Januar 2017

Wollowbies von Jana Ganseforth


Auch mich haben die Häkeltiere erwischt und ich habe mir über eine Wunschseite das Buch Wollowbies: Freche Häkelminis, süße Botschaften schicken lassen. Für unterwegs ist das Buch recht unhandlich, es sei denn, dass man eine größere Tasche für Handarbeiten hat. Die 112 Seiten sieht man ihn auch nicht wirklich an, obwohl auf recht dickem Papier gedruckt wurde. Pro Tier hat man je eine Doppelseite als Übersicht und eine mit den Angaben für Material und die Anleitung. Dazu hat man auf den insgesamt vier Seiten pro Tier mindestens drei verschiedene Ansichten.
 

Unterteilt ist es in vier verschiedene Bereiche. Tiere in Haus und Hof mit neun Tieren. Das Thema Wald und Wiese bietet fünf Tiere und die Exoten aus Afrika und anderen Kontinenten bringt elf Anleitungen mit. Am Ende findet man noch vier Seiten mit einer Häkelschule und ein paar Informationen für die Autorin. Als Goodie liegen je fünf Labels und Knöpfe bei, die man an die Tier anbringen kann.  Die Umschlagseiten, welche ausgeklappt werden können, bieten vorne das Inhaltsverzeichnis und hinten die Erklärungen für die Abkürzungen. Dort hätte man noch einen Herstellernachweis für die Wolle bzw. Bezugsquellen und das sonstige benötigte Zubehör auflisten können.
by Sabine Wolfram


Das Buch befand sich nun schon einige Monate in meinem Besitz, aber andere Aufträge hatten bis Anfang des Jahres einfach Vorrang. Dann kam der Wunsch nach einem Eisbären. Ok, kein Problem, die Anleitung vom Braunbären kann man ja einfach mit weißer Wolle machen. Das Ergebnis seht ihr hier auf dem Foto. Doch das was ich da gehäkelt habe, entspricht nicht ganz der Anleitung aus dem Buch. Und da komme ich zum eigentlichen Problem, wo ich Anfängern das Buch nicht empfehlen kann.


 
Allein bei der Anleitung für den Bären musste ich feststellen, dass die Angaben für die Beine nicht passen. Würde man sie danach häkeln und annähen, wären sie viel zu kurz und die Proportionen würden nicht stimmen. Auch die Ohren habe ich anders gehäkelt, weil die Anleitung dazu viel zu knifflig ist, wenn es dann um das Anbringen geht. Nachdem der Eisbär gehäkelt war und seinen Empfänger erreicht hatte, kamen noch mehr Wünsche. Unter anderem nach Pandabären. Dafür gibt es auch eine Anleitung. Dass hier die Angaben für die Beine und Ohren wieder nicht passen war klar und ich habe sie ebenso gearbeitet, wie beim ersten Eisbären. Aber auch die Farbwechsel haben bei den Beinen nicht gepasst.  Laut Anleitung sollte man sie mit Weiß und Schwarz arbeiten, obwohl sie auf dem Bild nur mit schwarzer Wolle gemacht waren. Ein Blick in die Bildersuche bei Google zeigte mir auch, dass man sie nur mit schwarzer Wolle machen sollte.

by Sabine Wolfram
 
Auch wenn das Buch am Ende auf vier Seiten eine Häkelschule bietet, sind doch kleine Fehler dabei, wo ein Anfänger schnell die Lust verlieren kann. Denn wenn das Endergebnis nicht so ausfällt, wie man es sich vorstellt, ist der Ärger dann groß. Daher kann ich das Buch nur bedingt empfehlen, auch wenn es insgesamt seine 14,99 Euro wert ist.
 
Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. 

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Der Sünderchor von Claudia und Nadja Beinert

Bildquelle: Droemer Knaur
Der Sünderchor 
 
Autorinnen: Claudia und Nadja Beinert
Klappenbroschur, Knaur TB
Erscheinungsdatum: 01.09.2016
560 Seiten
ISBN: 978-3-426-51651-5



 

1248 zwischen Weimar und Sömmerda in der Nähe des Ettersbergs. Da lag damals die Burg Neumark, heute ein Dorf. Hortensia soll verheiratet werden. Im Vergleich zu ihrem Bräutigam, ein Sohn eines angesehenen Waidhändlers aus Erfurt, ist sie von niederem Stand. Denn ihr Vater ist nur der Burgschreiber von Neumark. Doch das junge Mädchen will diesen Goswin aus Erfurt nicht heiraten und verlässt im Groll das Haus ihrer Eltern. Dass sie sich nie wieder mit ihnen versöhnen kann, muss sie wenige Stunden später erkennen, als die Burg Neumark überfallen worden war.

Hortensia, das Herbstmädchen

Die 17jährige spielt eine tragende Rolle in diesem Roman und wird dabei ein Spielball der Politik. Sie lässt sich vom Meißner Markgrafen einspannen, der gegen den verhassten Halbbruder, dem Bischof von Naumburg, angehen will. Das in politischen Belangen naive Mädchen lässt sich auf den Handel ein, da sie doch ihr Leben dem Markgrafen verdankt. Erst später wird ihr klar, dass dieser Mann für den Tod der eigenen Familie verantwortlich ist und sie zur Waise gemacht hat. Doch kann sie ihre Fehler mit dieser Erkenntnis wieder gut machen? Und wird der Hintergangene ihr auch ihr Handeln verzeihen können?

Matizo von Mainz

Ist er der Mann, der später als Meister von Naumburg in die Geschichte eingehen wird? Zumindest hat dieser Mann einen langen Leidensweg hinter sich, wie auch noch vor sich. Diesen Weg wird auch Hortensia kreuzen, bis er endlich von seiner Vergangenheit befreit wird. Etwa die Hälfte des Buches gibt es nur Andeutungen zu einem Matthäus und der Leser kommt auf den Gedanken, dass Matizo, der seine Arbeit so sehr liebt, so feinfühlig auf den Stein reagiert, ein Mörder sein könnte. Doch ist er das wirklich oder hat es mit diesem Matthäus etwas ganz anderes auf sich? Der Leser wird es im Laufe der Geschichte erfahren und sehr erstaunt über die Wahrheit sein.

Wobei man, wie man den Erklärungen im Nachwort entnehmen kann, gar keine Aufzeichnungen über den Naumburger Meister existieren, in diesem Roman dem Mann ein Gesicht gibt. Da es verschiedene Thesen und Vermutungen über seine Herkunft gibt, wird man diesen Varianten gerecht. Einmal das Aussehen, das eher einem Franzosen ähnelt und dazu seine scheinbar deutsche Herkunft, die im Buch recht spät offenbart wird. Hier haben die Autorinnen einen Menschen lebendig werden lassen, wo man verschiedene Lebensläufe noch heute unter Wissenschaftlern für möglich hält.

Macht, Kampf und Liebe

Die Geschichte um den Bau des Naumburger Westchores spielt zur Zeit des Thüringer Erbfolgekrieges. Aus aus diesem Grund war die Burg Neumark im Auftrag des Markgraf von Meißen überfallen worden. Es geht dabei ausschließlich um die Übernahme des Titel Landgraf von Thüringen mit seinen Ländereien, auf die Heinrich III. von Meißen Anspruch erhebt. Doch damals wie heute, melden auch andere Erben ihre Ansprüche an und es kommt nicht selten zu kämpferischen Auseinandersetzungen.

So auch der Kampf um den Bau des Westchores. Hier wird er auf künstlerischer Ebene ausgefochten, denn der Markgraf von Meißen fordert seinen Halbbruder, den Bischof heraus. Jeder hat einen Meister beauftragt, der den Anbau an die Kathedrale planen soll. Am Ende soll das Volk auf gleicher Ebene mit den Adligen und Geistlichen entscheiden, welche Pläne umgesetzt werden. Dabei wird auch der Machtkampf zwischen deutschem Kaiser und dem Papst aufgezeigt.

Natürlich darf in einem solchen Roman auch nicht die Liebe fehlen. Die bleibt lange, egal wer liebt, lange unerwidert. Goswin von Archfeld, der Waidhändlersohn liebt Hortensia und setzt alles daran sie wieder zu finden. Vor allem nachdem ihm klar wird, dass sie den Überfall auf die Neumarker Burg überlebt hat. Doch das Herbstmädchen, wie sie immer liebevoll von ihren Eltern genannt wurde, hat ihr Herz schon lange an einen anderen Mann verloren. Sie wollte Goswin nicht heiraten und wehrt sich auch nach dem erneuten Wiedersehen, zwei Jahre nach dem Überfall, gegen diese Verbindung. Doch kann sie wirklich eine auf eine Zukunft mit dem Mann hoffen, den sie liebt, aber doch so bitter enttäuscht hat?

Das Buch

Der Roman besteht aus geschichtlich belegten Fakten und Fiktion. Wie schon geschrieben wurde dem Erschaffer des Westchores ein Gesicht verliehen, da über ihn nichts überliefert wurde. Auch andere Fakten, die zwar belegt sind, wurden dem Roman ein wenig angepasst. Darüber wird aber im Nachwort aufgeklärt. Trotz dass man sich an mancher Stelle die Geschichte ein wenig zurecht gebogen hat, ist es von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Als Leser will man seine Hauptfiguren begleiten, hofft ständig, dass von den angedeuteten Geheimnissen aus der Vergangenheit etwas ans Licht kommt. Und ich gebe zu, dass es nur wenige Autoren gibt, die es schaffen mich alles vergessen zu lassen, weil ich das Buch nicht aus der Hand geben mag. Hier wurde es eindeutig vollbracht und ich kann den Roman nur jedem Leser empfehlen, der sich auch gern mit der Geschichte der Deutschen befasst.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Das Nebelhaus von Eric Berg

Quelle: blanvalet
Hiddensee 2010, vier frühere Freunde treffen sich nach 15 Jahren wieder und am Ende müssen drei Tote betrauert werden. Zwei Jahre später liegt die vermeintlich Schuldige noch immer im Koma und der Fall scheint abgeschlossen. Die Journalistin Doro Kagel bekommt den Auftrag einen neuen Artikel über die Ereignisse zu schreiben. Sie will die Opfer der sogenannten Blutnacht beziehungsweise ihre Hinterbliebenen dabei zu Wort kommen lassen.

In zwei Handlungssträngen wird die Geschichte zu diesem grauenvollen Wochenende auf Hiddensee beschrieben. Einmal sind da die Recherchen der Doro Kagel, die sie auch nach Bad Homburg und auf Hiddensee führen. Dazwischen immer der Wechsel zu den wahren Ereignissen zwei Jahre zu vor. Dabei lernt sie Yim Nan, Sohn eines Opfers, kennen und verliebt sich auch in ihn. Doch Doro findet nicht nur die wahren Ereignisse der Blutnacht heraus. Auch eine andere Wahrheit wird von ihr entdeckt, welche nicht weniger schockierend für die Journalistin ist.

Leonie oder doch ein anderer Täter?

Für die Polizei und die Staatsanwaltschaft steht Leonie Korn als Täterin fest. Niemand zweifelt an ihrer Schuld, außer ihre Mutter. Auch Doro hat erstmal keine Zweifel daran und die Informationen, die sie über Leonie bekommt, bestärken sie noch darin. Doch die Zweifel sind unvermeidbar, als Doro einer anderen, weitaus schlimmeren Wahrheit, auf die Schliche kommt. War Leonie wirklich die Täterin in jener Nacht, war trotz ihrer vielen Probleme überhaupt fähig drei Menschen einfach zu erschiessen?

Doro lässt der Fall nicht mehr los, obwohl sie mehrmals überlegt hatte, den Artikel wieder abzulehnen. Auch durch ihre eigene Vergangen, fühlt sie sich verpflichtet die Ereignisse jener Nacht, die noch immer Fragen aufwarfen, aufzuklären. Durch die Entdeckung der Bilder von Yims Mutter, zweifelt Doro immer mehr an der Schuld von Leonie. Auch ihre letzten Nachrichten an den Ex-Freund lassen die Zweifel an ihrer Täterschaft steigen. Selbst der Leser muss erkennen, dass Leonie Korn als Täterin ausscheidet. Doch wer hat dann die drei Menschen in jener Nacht erschossen? Und vor allem, wer sind die anderen beiden Opfer, neben Frau Nan, die vom eigenen Sohn auf der Eingangstreppe vom Nebelhaus gefunden wurde? Hat sie ihr eigener Mann erschossen, um seine eigene Vergangenheit weiterhin zu vertuschen? Oder war es doch eine Person, die bis dahin noch keine Rolle in den Recherchen von Doro gespielt hat?

All diese Fragen beschäftigen den Leser und fesseln ihn an das Buch. Über 400 Seiten recherchiert man mit Doro Kagel gemeinsam, bekommt ein Blick auf ihre Vergangenheit und damit verwundete Seele. Man bemitleidet Frau Nan, die neben ihrem Ehemann still leidet und man amüsiert sich über die vier Freunde, wenn sie aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit plaudern. Aber man ist auch entsetzt über das Böse im Menschen, was sich in diesem Roman offenbart. Die Spannung bleibt über die gesamte Handlung erhalten und man mag das Buch nicht mehr aus der Hand legen. 

Der Autor Eric Berg
 
Bekannt wurde Berg unter seinem bürgerlichen Namen Eric Walz und mit historischen Romanen. Sein Debüt als Krimiautor feierte er mit "Das Nebelhaus" und wurde zu Recht von den Kritikern dafür bejubelt.
Fakten zum Buch
Taschenbuch, Broschur
9,99 Euro
ISBN: 978-3-442-38403-7
Verlag: blanvalet
Erschienen am 15.12.2014 

Das Nebelhaus bei Amazon und vielen anderen Shops und Buchhandlungen erhältlich.

Montag, 7. September 2015

Das ABC auf Afrikanisch von Heidy Dennis

Buchcover, Bildrechte Heidy Dennis
Nigeria und eine Frau, die dort 20 Jahre ihres Lebens als Lehrerin und Missionarsgattin verbracht hat. Ihrer Erinnerung, auch Dank der Briefe, die sie in der Zeit an ihre Eltern schickte, hat Heidy Dennis auf über 300 Seiten dokumentiert. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Büchern über ein Leben in Afrika, die von Landschaft und Tieren schwärmen, wird hier eine echte Lebensgeschichte erzählt. Packend, augenzwinkernd und mit sehr vielen Emotionen wurden die 20 Jahre in Nigeria niedergeschrieben.

Doch bevor Heidy Dennis selbst als Lehrerin in diesem Land tätig wurde, musste sie die Sprache lernen. Die feinen Nuancen der Worte, die dadurch verschiedene Bedeutungen bekamen, kann sich der Leser nur schwer vorstellen. Aber da immer wieder im Text das Hausa, die Sprache der Nigerianer, seinen Platz findet, kann man sich als Leser auch selbst darin versuchen.

 

Neben den Erinnerungen an ihr Leben in Nigeria in verschiedenen Geschichten, findet man in dem Buch auch sehr viele Fotos aus der Zeit. Damit kann der Leser sich die Gegebenheiten vor Ort noch besser vorstellen und bekommt an vielen Stellen im Buch das Gefühl, dass man direkt dabei ist.

Das ABC auf Afrikanisch ist eine Autobiographie, die sich aber nicht als solche liest. Denn es werden damit keine Erinnerungen - egal ob positiv oder negativ - aufgearbeitet. Nein, Heidy Dennis lässt sie einfach nur vor ihrem geistigen Auge Revue passieren um den Leser an ihrem damaligen Leben teilhaben zu lassen. Die Autorin entführt den Leser in ihr damaliges Leben und fesselt mit eindrucksvollen Schilderungen.


Neben den vielen Fotos, die das Buch sehr bereichern, findet der Leser auch gleich am Anfang Karten des Landes, damit man immer nachschauen kann, wo die Erzählungen spielen.

Titel: Das ABC auf Afrikanisch
Autor: Heidy Dennis
Taschenbuch: 328 Seiten
Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (27. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734783461
ISBN-13: 978-3734783463

Preis: 19,99 Euro

Samstag, 13. Juni 2015

Spiral-Socken - Socken stricken ohne Ferse von Laila Wagner

Socken stricken - Ein Traum für Jeden, der gerne strickt. Doch leider scheitern die Meisten an der Ferse. Es gibt zwar mehrere Varianten, doch bei den ersten Versuchen ist man trotz reichlich Strickerfahrungen oft überfordert. Die Spiralsocken sind eine Alternative, um Socken zu stricken ohne sich über die Ferse zu ärgern. Eine sehr gute Einführung in dieses Thema bietet das Heft "Spiral-Socken - Socken stricken ohne Ferse" von Laila Wagner. Auf 32 Seiten ist mit Zeichnungen und Fotos gut erklärt, wie man diese Socken anfertigt.

Anleitungen und Erklärungen

Gleich auf den ersten Seiten wird die Grundanleitung erklärt. Eine Socke mit zwei kontrastreichen Farben zeigt die Arbeitsschritte. Dazu findet man den sehr einfachen Mustersatz, welchen man vom Bund bis zum Beginn der Spitze stricken muss. Eine zweite Variante zeigt die Möglichkeit nur über die Spirale am Fersenteil zu stricken. Auch hier findet der Leser die Kontrastfarben Blau und Gelb, welche zeigen, wo welche Arbeitsschritte nötig sind.

Laila Wagner denkt aber auch an Strickanfänger und zeigt auf der nächsten Doppelseite einen Grundkurs im Stricken. Somit kann eigentlich Jeder gleich beginnen, sofern ein Nadelspiel und Wolle vorhanden ist. Allerdings sollte sich jeder Anfänger auch bewusst sein, dass die ersten Socken sicherlich kein Meisterwerk werden. Denn gleichmäßiges Stricken erfordert einiges an Übung, aber die macht bekanntlich den Meister.

Insgesamt 15 Modelle werden in dem Heft vom OZ Verlag vorgestellt. Passend für Männer, Frauen und Kinder. Egal ob man im Winter oder im Sommer die selbstgestrickten Spiralsocken tragen möchte. Es wird sich für Jeden das passende Modell finden lassen. Zumal diese neben dem Grundmuster auch weitere Muster, wie Zöpfe oder Lochmuster, zeigen. Dazu sind die Socken auch in Farbe und Material unterschiedlich, was auch beliebig in der Praxis ausgetauscht werden kann. Zu guter Letzt sind in der dritten Umschlagseite noch die Maschenangaben für die verschiedenen Schuhgrößen zu finden. Dabei wird zwischen der gesamten Spiralsocke und der Spiralferse unterschieden.

Umsetzung der Anleitungen

Da ich selbst schon seit meiner Kindheit stricke und daher reichlich Erfahrungen mitbringe, sind die Anleitungen für mich sehr einfach nachzuvollziehen. Aber auch für blutige Anfänger ist dieses Heft sehr zu empfehlen. Denn die Anleitungen sind kurz und präzise formuliert. Dazu findet man für jedes Modell auch die Angabe zum verwendeten Material, empfohlene Nadelstärke und natürlich Schuhgröße, damit man beim Nachstricken auch weiß, wie viele Maschen im Anschlag benötigt werden.

Durch den enthaltenen Grundkurs, welcher reich bebildert ist, lohnt sich der Kauf auch, um überhaupt das Stricken zu lernen. Einziges Manko an diesem Grundkurs ist der fehlende Teil für das Abketten der Maschen, am Ende einer Arbeit. Allerdings ist dies beim Socken stricken nicht wirklich notwendig, da man den Arbeitsfaden am Ende der Spitze durch die restlichen Maschen festzieht.

Bildquelle: OZ Verlag
Daten zum Heft


Autor: Laila Wagner

Verlag: OZ Verlag

Seiten: 32

ISBN: 978-3-86673-281-0

Preis: 7,50 Euro

Erschienen: 2009