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Samstag, 13. Juni 2015

Spiral-Socken - Socken stricken ohne Ferse von Laila Wagner

Socken stricken - Ein Traum für Jeden, der gerne strickt. Doch leider scheitern die Meisten an der Ferse. Es gibt zwar mehrere Varianten, doch bei den ersten Versuchen ist man trotz reichlich Strickerfahrungen oft überfordert. Die Spiralsocken sind eine Alternative, um Socken zu stricken ohne sich über die Ferse zu ärgern. Eine sehr gute Einführung in dieses Thema bietet das Heft "Spiral-Socken - Socken stricken ohne Ferse" von Laila Wagner. Auf 32 Seiten ist mit Zeichnungen und Fotos gut erklärt, wie man diese Socken anfertigt.

Anleitungen und Erklärungen

Gleich auf den ersten Seiten wird die Grundanleitung erklärt. Eine Socke mit zwei kontrastreichen Farben zeigt die Arbeitsschritte. Dazu findet man den sehr einfachen Mustersatz, welchen man vom Bund bis zum Beginn der Spitze stricken muss. Eine zweite Variante zeigt die Möglichkeit nur über die Spirale am Fersenteil zu stricken. Auch hier findet der Leser die Kontrastfarben Blau und Gelb, welche zeigen, wo welche Arbeitsschritte nötig sind.

Laila Wagner denkt aber auch an Strickanfänger und zeigt auf der nächsten Doppelseite einen Grundkurs im Stricken. Somit kann eigentlich Jeder gleich beginnen, sofern ein Nadelspiel und Wolle vorhanden ist. Allerdings sollte sich jeder Anfänger auch bewusst sein, dass die ersten Socken sicherlich kein Meisterwerk werden. Denn gleichmäßiges Stricken erfordert einiges an Übung, aber die macht bekanntlich den Meister.

Insgesamt 15 Modelle werden in dem Heft vom OZ Verlag vorgestellt. Passend für Männer, Frauen und Kinder. Egal ob man im Winter oder im Sommer die selbstgestrickten Spiralsocken tragen möchte. Es wird sich für Jeden das passende Modell finden lassen. Zumal diese neben dem Grundmuster auch weitere Muster, wie Zöpfe oder Lochmuster, zeigen. Dazu sind die Socken auch in Farbe und Material unterschiedlich, was auch beliebig in der Praxis ausgetauscht werden kann. Zu guter Letzt sind in der dritten Umschlagseite noch die Maschenangaben für die verschiedenen Schuhgrößen zu finden. Dabei wird zwischen der gesamten Spiralsocke und der Spiralferse unterschieden.

Umsetzung der Anleitungen

Da ich selbst schon seit meiner Kindheit stricke und daher reichlich Erfahrungen mitbringe, sind die Anleitungen für mich sehr einfach nachzuvollziehen. Aber auch für blutige Anfänger ist dieses Heft sehr zu empfehlen. Denn die Anleitungen sind kurz und präzise formuliert. Dazu findet man für jedes Modell auch die Angabe zum verwendeten Material, empfohlene Nadelstärke und natürlich Schuhgröße, damit man beim Nachstricken auch weiß, wie viele Maschen im Anschlag benötigt werden.

Durch den enthaltenen Grundkurs, welcher reich bebildert ist, lohnt sich der Kauf auch, um überhaupt das Stricken zu lernen. Einziges Manko an diesem Grundkurs ist der fehlende Teil für das Abketten der Maschen, am Ende einer Arbeit. Allerdings ist dies beim Socken stricken nicht wirklich notwendig, da man den Arbeitsfaden am Ende der Spitze durch die restlichen Maschen festzieht.

Bildquelle: OZ Verlag
Daten zum Heft


Autor: Laila Wagner

Verlag: OZ Verlag

Seiten: 32

ISBN: 978-3-86673-281-0

Preis: 7,50 Euro

Erschienen: 2009

Samstag, 25. April 2015

1815 - Blutfrieden von Sabine Ebert

Bildquelle: Droemer Knaur
Leipzig nach der Völkerschlacht. Damit beginnt der zweite Teil von Sabine Eberts Roman zu diesem Thema. Die überfüllten Straßen mit verletzten und toten Soldaten, Pferdekadavern, überfüllte Lazarette und der Rückzug von Napoléon. Diesen hatte ihm sein Schwiegervater, der Kaiser von Österreich noch möglich gemacht. Doch neben aller Euphorie über den Sieg durch die Alliierten, wird vor allem das Elend nach der Schlacht in diesem Buch gezeigt. Denn so groß die Freude für den ersten Moment auch gewesen sein mochte, Napoléon bedeutete noch immer eine Gefahr und die größere Gefahr sollte erst noch in den Städten, wie Leipzig, Torgau oder auch Erfurt entstehen.

Henriette, die mit dem Leben schon abgeschlossen hatte

Das junge Mädchen war im ersten Teil - 1813 - Kriegsfeuer - mit ihrem Bruder aus Weißenfels nach Freiberg zum Onkel geflohen. Sie hatte sich gegen einen französischen Soldaten, der ihr Elternhaus plündern wollte, gewehrt und war der Meinung ihn erschlagen zu haben. In Freiberg lernte sie im Lazarett den preußischen Soldaten Maximilian Trepte kennen, pflegte ihn gesund und hatte damit sein Leben gerettet.
Nachdem sie sich dem jungen französischen Soldaten, der mit seinem Vater im Haus der Gerlachs in Freiberg einquartiert war, hingegeben und von ihm schwanger wurde, floh das Mädchen nach Leipzig. Mitten ins Schlachtgetümmel und dabei förmlich den Tod suchend als Sühne für ihre Vergehen. Doch sie verlor nur ihr Kind überlebte alle Widrigkeiten, bis sie wieder auf Maximilian traf.
Eine schnelle Verlobung und eine ebenso schnell geplante Hochzeit in Frankfurt wirbelten das Leben von Henriette wieder durcheinander, aber sie hatte ihr Glück gefunden. Und mit dem Marschbefehl für Maximilian, erfolgte ein neuer Umzug für die jung Verheiratete nach Berlin zu den Schwiegereltern und das warten auf die Rückkehr des Mannes den sie liebt.
Monarchen mit und ohne Land
Der König von Preußen, der Kaiser von Österreich und auch der Zar von Russland werden immer wieder im Buch erwähnt. Aber sie haben meist nur kurze Auftritte. Im Gegensatz zum König von Sachsen - Friedrich August I - der seine falsche Treue zu Napoléon nicht einsehen will. Auf Beschluss der Alliierten wird er heimlich von Leipzig nach Berlin verbracht und zählt als Kriegsgefangener. Vorerst ohne eigenes Land, da Preußen den Anspruch erhebt ganz Sachsen zu annektieren. Doch nicht nur Sachsen soll zurecht gestutzt werden.


Krieg, Frieden und die Politik


Neben den Schlachten, die sehr bildlich beschrieben sind, gibt es auch Friedenszeiten. Besonders nachdem Napoleon wieder auf franzözischem Gebiet ist, verlagert sich der Krieg nach Frankreich. In Leipzig herrscht zwar nun Frieden, aber das Elend und die Not wird immer größer. Lebensmittel werden knapp, medizinische Notwendigkeiten müssen von weit her beschafft werden und der Typhus bleibt nicht nur in den Lazaretten das größte Problem, sondern betrifft auch immer mehr die Zivilbevölkerung.
Die letzten kriegerischen Auseinandersetzungen auf deutschem Boden sind nur in und um den Festungsstädten, wie Torgau, Hamburg und auch Erfurt vorhanden. Dort ist die Bevölkerung in den Städten eingeschlossen und kann nur hoffen, dass die Festungen unblutig eingenommen werden, indem die französischen Kommandten kapitulieren.
Doch bei allen Schlachten und teilweise befriedeten Gebieten in Europa wird auch Politik betrieben. Die ersten Friedensabsprachen werden schon in Frankreich getroffen, nachdem Napoleon abgedankt hat und auf Elba geschickt wurde. Doch der große Friedenskonkress, wo Europa neu aufgeteilt wird, findet mit allem Prunk in Wien statt. Da gibt die Autorin auch Einblicke in die Machenschaften, der Gesandten die in keinem offiziellen Protokoll zu lesen sind.
 

Eindrücke zum Buch
 

Ich gebe zu, dass ich ein großer Fan der deutschen Geschichte bin. Was man sicherlich auch den rezensierten Büchern hier im Blog merken wird. Dazu bin ich geneigt auch manche Dinge selbst zu recherchieren, wenn sie mir zu unwahrscheinlich vorkommen. Doch damit finde ich das bestätigt, was Sabine Ebert in ihrem Buch beschreibt.
Allerdings hat mich das Buch an vielen Stellen aufgehalten, wenn es in Orten spielte, wo ich mich selbst auskenne. Hauptsächlich betrifft das Weißenfels und Erfurt, in dessen Nähe ich aufgewachsen bin. Man liest manche Stellen mehrmals, um besser nachvollziehen zu können, wo Buchhändler und Chronist Constantin Beyer in der Stadt unterwegs ist. Kennt man sich in den Orten ein wenig aus, so begleitet man ihn recht schnell in Gedanken bei seinen Streifzügen durch die Stadt. Diese gedanklichen Spaziergänge haben mich zwar beim Lesen aufgehalten, aber dafür kann die Autorin nichts und ist damit nicht negativ zu bewerten und somit halte ich 1815 - Blutfrieden für rundum gelungen.


Fakten zum Buch
 

1815 - Blutfrieden , Sabine Ebert
Hardcover, Knaur HC
Erschienen am 12.03.2015, 1088 Seiten
ISBN: 978-3-426-65272-5
€ 24,99  E-Book (€19,99)

Samstag, 21. Februar 2015

Der Fluch der Hebamme von Sabine Ebert

Bildrechte: Droemer Knaur


Marthe verflucht Markgraf Albrecht vor den Augen seines ganzen Hofes. Ihr Leben und das ihrer Familie ist einmal mehr in Gefahr.


Freiberg im Jahr 1189. Die Zeichen deuten auf große Veränderungen hin. Albrecht von Wettin will endlich die Mark Meißen von seinem Vater, Otto, übernehmen. Dieser hingegen überlegt mit seiner Frau Hedwig, welche Möglichkeiten sie haben, um den zweit geborenen Sohn, Dietrich, als Erbe zu bestimmen.

 

Albrecht von Wettin und seine Machtgier

Fünf Jahre sind seit dem Tod von Christian vergangen. Marthe ist mit seinem einstigen Knappen und besten Freund, Lukas, verheiratet. Es war eine Zweckheirat, um die Zwangsehe mit einem Kumpan von Albrecht zu verhindern. Doch Albrecht will die Mark Meißen und das noch vor dem Ableben seines Vaters. Also nimmt er Otto gefangen und verkündet seine Herrschaft. Den Sohn von Christian, Thomas, lässt Albrecht vorsorglich mit gefangen nehmen. Doch ihm gelingt die Flucht und er kann die Freiberger warnen. Um sein Leben zu retten und die Untat von Albrecht dem Kaiser zu vermelden, muss Thomas fliehen und schließt sich dem jüngeren Wettiner Dietrich von Weißenfels beim dritten Kreuzzug ins heilige Land an.

Doch auch zu Hause in Freiberg sind die Anhänger von Christian in Gefahr. Clara, die Tochter von Marthe und Christian muss den Ritter Reinhard heiraten. Zu ihrem eigenen Schutz, da Reinhard offiziell zu Albrecht steht. Doch er wird enttarnt und auf dem Meißner Burgberg hingerichtet. Marthe verflucht Albrecht und wird dafür mit ihrem Mann Lukas in den Kerker gebracht. Sie bleibt unbehelligt, da man in ihr eine Hexe sieht. Ausgerechnet der Meißner rettet Marthe aus dem Verlies und versteckt sie. Lukas wird auch befreit. Den Eheleuten bleibt nur die Flucht nach Eisenach.

Der dritte Kreuzzug

Den Geschehnissen auf dem Weg und im heiligen Land wird sehr viel Raum gegeben. Voller Illusionen sind die meisten Ritter und Knappen dem Kaiser gefolgt. Doch sie werden bitter enttäuscht. Nachdem Kaiser Barbarossa in einem Fluss ertrinkt, spaltet sich sein Heer auf. Nur wenige Anhänger bleiben um unter Richard Löwenherz und Phillip II. von Frankreich Akkon zu belagern. Zu viele Weggefährten mussten Dietrich von Weißenfels und Thomas sterben sehen.

Thomas als neue Hauptfigur

Auch wenn in diesem Roman weiterhin das Leben der Heilerin Marthe mit all seinen Problemen aufgezeigt wird, entwickelt sich ihr Sohn Thomas zur Hauptfigur. Denn sehr große Teile des Buches spielen beim Kreuzzug. Dazu wird an passender Stelle immer wieder darauf verwiesen, dass Thomas das Ebenbild seines Vaters ist. Und Christian ist nun einmal der Begründer des heutigen Freibergs. Er hatte die Siedler nach Sachsen geholt, um ihnen dort ein neues, besseres Leben zu ermöglichen. Dass seine Witwe, sein bester Freund und auch seine Kinder diesen Weg fortsetzen ist allgegenwärtig in dem Roman. Daher spielt Christian auch als Toter noch immer eine sehr große Rolle. Vor allem, da sein Sohn in allen Belangen den Vergleichen mit seinem Vater standhalten muss.

Daten zum Buch

Autor: Sabine Ebert
Verlag: Droemer Knaur
Erschienen: 02.10.2010
Seitenzahl: 720 (TB)
Preis: 10,99
ISBN: 978-3-426-50606-6
Das Geheimnis der Hebamme Rezension auf diesem Blog

Mittwoch, 7. Januar 2015

Das Küstengrab von Eric Berg

Quelle: Limes Verlag

Das Küstengrab ist der zweite Kriminalroman von Eric Berg. Schon mit "Das Nebelhaus", was auf Hiddensee spielt, landete der Autor gleich einen Bestseller. Die Geschichte um Lea und ihre einstigen Freunde auf Poel sollen an diesem Erfolg anknüpfen. Spannend erzählt Berg in diesem Buch, wie die verunglückte Lea versucht sich ihr Leben wieder ins Gedächtnis zu rufen. Durch die Amnesie steht sie nicht nur vor einem löchrigen Mosaik ihrer selbst, sondern muss sich auch immer wieder fragen, wer von den einstigen Freunden überhaupt ihr Vertrauen verdient oder ob sie lieber einfach wieder in ihre alte Welt verschwinden sollte.

Lea und ihre Schwester Sabina


Als Kinder haben sie sich das Leben gegenseitig schwer gemacht. Sechs Jahre Altersunterschied waren aber nicht nur das einzige Merkmal zwischen den Mädchen. Sabina war allgemein als kratzbürstig bekannt. Aber sie war auch zielstrebig und vor allem schwamm sie gegen den Strom. Nur war sie auch das einzige Kind im Dorf in ihrem Alter und somit schon zur Eigenbrödlerei verdammt.
Lea dagegen war der Sonnenschein und konnte viel mit ihrem hübschen Aussehen und ihrem Wissen durch Bücher glänzen. Sie war nicht nur der Liebling der Eltern, sondern auch in der Clique, die sich regelmäßig in der alten Klosterruine traf. Dass sie nach dem Tod der Eltern Hals über Kopf mit einem Argentiener verschwand und ein scheinbar schillerndes Leben führte, neiden ihr manche früheren Freunde.


Die Clique und der Palast


Mike, Harry, Margarete, Pierre, Jacqueline und Julian gehörten zu der Clique, der auch Lea angehörte. Die Klosterriune war ihr Palast, den jedoch bis auf Harry, die meisten der ehemaligen Freunde meiden. Das letzte Mal war die Clique dort im Jahr 1990 zusammen. Die Mauer war noch nicht lange gefallen, die beiden deutschen Staaten standen kurz vor ihrem Zusammenschluss und jeder der sieben Jugendlichen hatte seine Träume an die Zukunft.
Doch 23 Jahre später, als Lea im September 2013 wieder auf Poel war, wußte sie nicht warum sie im Mai schon mal dort gewesen ist. Warum hatte sie sich mit ihrer Schwester getroffen? Verheimlichten ihre ehemaligen Freunde etwas? Wollte sie wirklich ihre Zukunft mit Pierre verbringen, der sie schon seit der gemeinsamen Kinder- und Jugendzeit liebte? Und was war eigentlich mit Julian geschehen, der Ende August 1990 einfach so ohne Abschied verschwand?


Wird Lea die Antworten auf diese Fragen finden?


In Bruchteilen kommen einige Erinnerungen wie Fotos vor Leas innerem Auge wieder. Doch was soll sie damit beginnen? Die Frau Anfang 40, die sich selbst wieder entdecken muss, hat immer wieder neue Fragen. Aber auch immer wieder neue Zweifel, eine Warnung von einer alten, scheinbar geistig nicht mehr ganz fitten Frau, verwirren sie zusätzlich. Soll sie wirklich auf Poel nach den Antworten weiter suchen? Lea bleibt, doch das was sie nach ein paar unbeschwerdten Wochen in der alten Heimat erfährt, wirft sie mehr aus der Bahn als ihr lückenhaftes Gedächtnis.


Antworten findet auch der Leser auf viele Fragen von Lea. Manchmal bekommt man beim Lesen Ahnungen, die sich zerstreuen, aber auch bestätigen können. Manchmal kommen aber auch ganz überraschende Erkenntnisse. Das Buch "Das Küstengrab" ist spannend geschrieben. Da kann man als Leser nur hoffen, dass Eric Berg noch mehr heimische Regionen als Handlungsort in zukünftigen Büchern auswählt. Die Vorgänge wirken natürlich, wenn auch manchmal vorhersehbar. Wobei ich das nicht als negativ für das Buch werte, sondern einfach darin sehe, dass ich das Buch als spannend empfand. Das regt zum Mitdenken an, wie beim Sonntagskrimi im Fernsehen. Da möchte man gedanklich auch manchmal den Ermittlern einen Schritt voraus sein. Am Ende der gut 400 Seiten war ich von der Geschichte begeistert und kann sie nur jedem Krimifan empfehlen.


Der Autor Eric Berg


Wie viele andere Autoren hat auch Eric Berg erst später zum Schreiben gefunden. Vorher stand die Ausbildung in einem Beruf an, auch wenn der Traum vom Schriftsteller schon seit der Jugend vorhanden war. Sein Debüt als Autor feierte er daher erst mit Anfang 30 im Jahr 2002 mit historischen Romanen. Diese sind unter seinem bürgerlichen Namen Eric Walz erschienen.


Fakten zum Buch


Das Küstengrab
Paperback, Klappenbroschur, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-8090-2641-9
€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 21,90
Verlag: Limes
Erscheinungstermin: 22. September 2014

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Die Entscheidung der Hebamme von Sabine Ebert

Bildrechte Droemer Knaur

Die Entscheidung der Hebamme von Sabine Ebert

Im dritten Teil der Hebammen-Reihe werden hauptsächlich historische Ereignisse beschrieben. So unter anderem die Auseinandersetzung zwischen Kaiser Friedrich I., welcher wegen seines roten Bartes auch Barbarossa genannt wurde, und dem Welfen, Heinrich dem Löwen. Beginnend mit dem Hoftag in Magdeburg 1179 zieht sich der Konflikt durch den gesamten Roman. Hoftage, Belagerungen und kriegerische Auseinandersetzungen trennen zeitweise auch Christian und Marthe.
 


Albrecht bekommt Macht

In dieser Zeit übergibt Otto von Wettin die Verantwortung über Christiansdorf an seinen Sohn Albrecht. Dieser ist der direkte Erbe der Mark Meißen, da Albrecht der älteste Sohn des Hauses ist. Besonderes den Silberreichtum der wachsenden Siedlung will Albrecht an sich reißen. Doch die meisten Einwohner stehen geschlossen hinter ihrem Herren Christian, auch wenn dieser nicht vor Ort weilt. Eine ehemalige Diebesbande versucht den Intrigen Albrechts Herr zu werden, doch sie sind ihm und seiner Raffgier nicht gewachsen. Am Ende muss Christian, der alle kriegerischen Auseinandersetzungen überlebt hat, aus dem Weg geschafft werden. Doch man hat die Freunde vom Gründer der Silberstadt unterschätzt. Denn auch wenn man mit einer Zwangsheirat der jungen Witwe diese unter Kontrolle bekommen wollte, muss man sich doch eingestehen, dass man den Plan gegen Christian nicht gut genug durchdacht hat.

Marthe - vom Waisenkind zur Herrin

Auch wenn die junge Heilerin durch ihre Heirat mit dem wettinschen Ritter eine gesellschaftliche Position erreicht hat, welche sie nie zu erträumen gewagt hatte, vergisst sie ihre Herkunft nicht. Selbst den Ärmsten in der stetig wachsenden Ansiedlung half sie mit ihren Heilkünsten. Ihr war dabei immer bewusst, dass sie dafür nur wortreichen Dank bekommen würde, aber die Menschen waren ihr wichtig. Stand und Geld waren ihr egal und sie trug nur zu besonderen Gelegenheiten entsprechende Kleider. Damit war sie besonders der Kirche ein Dorn im Auge, aber sie schaffte es immer wieder ihr sogenanntes zweites Gesicht vor den argwöhnischen Kirchenmännern zu vermeiden.

Sabine Ebert, die Autorin

Geboren ist sie in Aschersleben und in Berlin aufgewachsen. Studiert hat sie später in Rostock und arbeitete danach als freie Journalistin. Heute zieht sie sich oft in Freiberg, welches aus dem damaligen Christiansdorf entstanden hat, zurück, um die Handlungen der damaligen Zeit in der Bergbau-Stadt zu Papier zu bringen. Weitere Informationen zu Sabine Ebert kann man auf ihrer Webseite nachlesen.

Historische Ereignisse

Die Ereignisse der damaligen Zeit sind gut in die Geschichte von Christian und Marthe eingebaut. Vor allem auf den Wahrheitsgehalt legt die Autorin sehr großen Wert und ändert selten etwas an den Fakten. Sollte es doch nötig sein, dann ist dies am Ende des Buches noch mal erklärt. Dabei legt Sabine Ebert auch sehr viel Wert auf detailgenaue Beschreibung der damaligen Zeit. Erklärungen zu den Begriffen sind auch am Ende jedes Buches zu finden. So wie man am Anfang auch die Auflistung der wichtigsten Personen findet und welche davon real existiert haben.

Daten zum Buch
 
Sabine Ebert
Die Entscheidung der Hebamme
Originalausgabe Oktober 2008
Copyright © 2008 by Knaur Taschenbuch
ISBN: 978-3-426-63835-4
Preis: 10,99 € (D)
 

Das Geheimnis der Hebamme Rezension auf diesem Blog

Donnerstag, 20. November 2014

Die Spur der Hebamme von Sabine Ebert

Bildrechte: Droemer Knaur

Nachdem das Erstlingswerk von Sabine Ebert "Das Geheimnis der Hebamme" ein Erfolg wurde, den niemand erwartet hatte, kam im November 2007 die Fortsetzung in die deutschen Buchläden. Es sind in der Handlung nur sechs Jahre vergangen. Christiansdorf ist zur wichtigsten Einnahmequelle der Mark Meißen geworden, da dort beständig Silber abgebaut wird. Dabei sind viele Menschen am Meißener Hof noch immer daran interessiert Ritter Christian, nach welchem der Ort benannt wurde, und seine Frau Marthe loszuwerden. Immerhin ist Marthe eine Kräuterkundige und diese werden in der damaligen Zeit recht schnell der Hexerei beschuldigt.

 


Hexerei, Intrigen, Lügen

So wird es in diesem Band auch Marthe unterstellt, Christian ist im Auftrag des Markgrafen Otto von Wettin, weit weg und kann seiner Frau nicht helfen. Ein endgültiges Urteil soll die Wasserprobe bringen. Dabei wird die Angeklagte gefesselt ins Wasser geworfen und damit hat niemand eine Chance diese Probe zu bestehen. Wer ertrinkt, der ist frei von jeder Schuld. Hat diese Befreiung vor Gott, aber mit dem Leben bezahlt. Nur mit Hilfe von Ekkehard, ein getreuer von Randolf, welcher schon seit Jahren versucht Christian beim Markgrafen in Ungnade fallen zu lassen, kann Marthe gerettet werden. Sie kennt als Einzige ihren Retter, der sie danach auf seine Burg verschleppt und gesund pflegen lässt.

Später wird Marthe mitgeteilt, das sie ihr Mann Christian tot sei. Damit eine Witwe auch versorgt ist, muss sie zur damaligen Zeit schnell wieder verheiratet werden. Ekkehard bietet sich als Ehemann an, was in dieser Situation Marthe vorerst vor Randolf schützt. Zur selben Zeit ist Lukas unterwegs um Christian zu finden, da niemand an seinen Tod glaubt. Lukas steht zwar als Ritter in den Diensten von Christian, ist aber dennoch sein bester Freund. Während Ekkehard die Ehe mit Marthe im Brautbett vollziehen will, kommt Randolf in die Kammer und fordert den Beischlaf mit Marthe. Ekkehard ist allerdings nicht bereit seine Frau zu teilen und in diesem Gerangel tauchen der tot gesagte Christian und Lukas auf.
 
Marthe - Die Hauptfigur

Während Marthe im ersten Roman als mittellose 14-jährige von Ritter Christian in seinem Siedlerzug aufgenommen wurde, da ihr früherer Herr sie am Schuld der Totgeburt seiner Frau gab, ist nun eine Edelfreie. Damit genießt sie die selben Rechte, wie die Edelleute, welche als solche geboren werden. Doch sie hat ihre Herkunft nie vergessen. Hilft auch den Kranken, welche ihre Dienste nicht bezahlen können. Das ihr dabei oftmals Hexenkunst unterstellt und es auch zur Anklage durch die Kirche kommt, war nur eine Frage der Zeit.
 
Der Wahrheitsgehalt der Geschichte

In einem historischen Roman erwartet man auch Fakten, welche den Tatsachen entsprechen. Da recherchiert die Autorin, Sabine Ebert, sehr genau. Zwar kann man nicht immer alle Details in einem Roman einbauen, wie sie gewesen sind. Aber die wichtigsten Ereignisse der damaligen Zeit sind wahrheitsgemäß wiedergegeben worden. Die Geschichte um Marthe, Christian, deren Familie und Freunde wurden um diese geschichtlich relevanten Ereignisse aufgebaut. Dabei werden vor allem die verschiedenen Hoftage anschaulich beschrieben. Damit kann der Leser auch politische Entwicklungen im damaligen deutschen Reich besser nachvollziehen.

Sollten historische Gegebenheiten ein wenig abgewandelt sein, dann werden sie am Ende des Buches erklärt und auch richtig gestellt. Doch manchmal kann man es nicht vermeiden, das man die Geschichte ein wenig der Handlung des Buches anpassen muss.
 
Die Autorin

Sabine Ebert, geboren in Ascherleben und aufgewachsen in Berlin. Sie studierte Sprach- und Lateinamerikawissenschaften in Rostock. Heute lebt sie im damaligen Christiansdorf, dem heutigen Freiberg und arbeitet als Journalistin. Zwar hatte sie schon Sachbücher veröffentlicht. Aber der Durchbruch als Autorin gelang ihr erst mit den historischen Romanen.
 
Fakten zum Buch

Autorin: Sabine Ebert
Titel: Die Spur der Hebamme
Verlag: Verlagsgruppe Droemer Knaur

Erscheinungsjahr: 2007
ISBN: 3-426-63695-6
Preis: 10,99 Euro Taschenbuch
 
Das Geheimnis der Hebamme Rezension auf diesem Blog

Mittwoch, 12. November 2014

Das Geheimnis der Hebamme von Sabine Ebert

Bildquelle: Droemer Knaur
Wir schreiben das Jahr 1167 und Kaiser Barbarossa herrscht über das Deutsche Reich. Die junge Marthe, gerade mal 14 Jahre alt, lebt bei ihrer Ziehmutter. Diese ist eine Kräuter kundige und Hebamme. Ihr Wissen gibt sie an das junge Mädchen weiter. Marthe wird zum Burgherren gerufen, da die Herrin in den Wehen liegt. Die Burgherrin hat eine wiederholte Totgeburt und somit fehlt weiterhin der Erbe für die Burg im Fränkischen. Die Schuld daran gibt man Marthe und um der Strafe zu entgehen bleibt dem jungen Mädchen nur die Flucht.

Zur selben Zeit ist Ritter Christian, welcher in den Diensten von Markgraf Otto von Meißen steht, in der Gegend unterwegs. Er sollte neue Siedler werben und entdeckt Marthe im Wald. Er nimmt sie auf und ihre Kenntnisse bei der Versorgung von Kranken und Verletzten helfen dem Siedlerzug mehr als einmal auf ihrem Weg nach Sachsen.
 

Eine mittellose junge Frau als Hauptperson

 
Das Erstlingswerk von Sabine Ebert war schnell zum Bestseller geworden. Hatte sie doch eine Mischung aus Abenteuer und Romanze in diesem Buch gefunden. Dabei die historischen Ereignisse dieser Zeit nicht aus dem Blick verloren. Der Leser erfährt zwar einiges über politische Geschehnisse aus dem 12. Jahrhundert, wobei sich die Haupthandlung der Politik fast ausschließlich am Hof von Markgraf Otto abspielen. Zugleich wird die zarte Liebe von Marthe und Christian auf eine harte Probe gestellt und sie finden erst über einige Umwege zueinander. Nicht zuletzt, weil Markgraf Otto sie als Edelfreie erklärt. Dies ist eine Belohnung für all das, was Christian im Kampf als Ritter und Marthe als Heilkundige für Otto und seine Familie getan haben.

Intrigen und deren Drahtzieher

Doch auch in diesem Roman werden Intrigen gesponnen. So vor allem von Christians größtem Widersacher, Ritter Randolf. Dieser ist von Geburt an in einem höherem gesellschaftlichen Stand und lässt dies auch den jungen Christian immer wieder spüren. Doch die Machtspiele kann Christian immer wieder für sich entscheiden. Ist er zwar auf der einen Seite ein strenger Herr, der aber trotzdem seine Herkunft nicht vergessen hat. Er muss niemanden bezahlen, um Hilfe in der Not zu erhalten. Seine Untergebenen sind im gleichzeitig auch Freunde und nehmen für ihren Herren große Gefahren auf sich. Nicht zuletzt ist Marthe mehr als einmal an Christians Rettung beteiligt.
 
Handlungen bei Hofe

Diese werden zwar in diesem Werk eindrucksvoll beschrieben, dennoch stehen sie nicht im Vordergrund. Meist sind sie nur Mittel zum Zweck und folgende Handlungen aufzubauen oder diese besser verstehen zu können. So werden Hoftage zwar abgehalten und auch dort müssen Christian und teilweise Marthe ihrem Herren Markgraf Otto hin folgen. Doch spielen die hohen politischen Entscheidungen und Verwicklungen nicht die Hauptrolle in diesem Buch. Im Mittelpunkt steht das Leben von Christian und Marthe, welches auch ohne das Leben am Hof aufregender ist, wie man im Vorfeld meinen sollte.
 
Fazit

Als erstes Buch einer Romanreihe zur jungen Hebamme im Kaiserreich ist dieses Werk mehr als gelungen. Die enge Handlung an tatsächlichen geschichtlichen Ereignissen macht es spannend und trotzdem romantisch zugleich, da die Beziehung von Ritter Christian und der jungen Heilerin immer Vordergrund steht.

Das Geheimnis der Hebamme 

Die Spur der Hebamme  Rezension auf diesem Blog
Die Entscheidung der Hebamme Rezension auf diesem Blog
Der Fluch der Hebamme
Der Traum der Hebamme

Sabine Ebert
Verlagsgruppe Dromer Knaur
Erschienen 2006
ISBN 3-426-63412-0
  9,90 Euro als E-Book
10,99 Euro als Taschenbuch